Heute schon wieder mit einem Neueinsteiger auf Position 7:
“Siege über die Bayern müssen selbstverständlich werden”, forderte Bochums damaliger Trainer Peter Neururer nach einem 1:0 gegen die Bayern. Noch sind sie es nicht. Daher diese Sammlung:
1. Manchester United - Bayern 2:1

26. Mai 1999, kurz nach 22:30 Uhr: die besten zwei Minuten in der Geschichte des Sports dank Sheringham und Solskjaer. Die neun wahren Gründe für Bayerns Schlappe: 1. Kahns Schubser gegen Kuffour vor dem 1:2. 2. Basler und Lodda spielten viel zu lange - der große Fink und Brazzo hatten keine Zeit mehr, das Spiel zu lesen. 3. Giggs Flanken von rechts - das verwirrte alle, Tarnat wurde total eingelullt. 4. Schmeichel ließ das schnelle 0:1 bewusst zu, damit sich die Lederhosen in Sicherheit wähnen. 5. Bochum hat Bayern vier Tage zuvor mürbe gespielt. 6. Edmund Stoiber ,,schoss kurz vor Schluss Porto durch den Kopf” (Zitat!) - wenn selbst der Landesvater nicht mehr an die Elf glaubt… 7. Klinsi spielt nicht mehr bei den Bayern. 8. Große Spiele werden durch große Männer entschieden - nicht durch einen Basler. 9. Marcel Reif war einfach unmöglich angezogen - irgendwo zwischen Honecker und Honululu. So kommentiert man keine Siege und so kommt man erst recht nicht bei TM3 unter.

2. FC Porto - Bayern 2:1
Hacke Madjer, Schuss Juary - und schon wurde es am 27. Mai 1987 in Wien nix aus dem Europacup der Landesmeister.Vor dem Spiel hatte Uli Hoeneß sich und seinen Klubs “am Anfang einer neuen Ära” gesehen. Danach prangerte er “nervliche Probleme des Lothar Matthäus an”.
3. Bayern - Werder Bremen 1:3
8. Mai 2004 - die Fischköppe werden Meister in der Höhle des zahnlosen Löwen. “Wir werden sie niedermachen”, kündigte Uli Hoeneß vor dem Spiel an. “Ich werde kein Tor mehr kassieren”, kündigte Kahn vor dem Spiel an. Und nach dem Spiel? Himmlische Ruhe im Karton.
4. Bayern - Stuttgarter Kickers 1:4
Gut, gegen spätere Absteiger sollte man zu Hause nicht hochkant verlieren. Aber 1991 nebst Osram Heynckes gleich jegliche Ansätze eines Konzepts zu verbannen, war denn doch zu viel. Ergebnis: unter anderem folgende denkwürdige Partie:
5. B 1903 Kopenhagen - Bayern 6:2
Uefa-Pokal 91/92, 2. Runde (dass die Bayern überhaupt diese erreicht hatten, grenzte schon an ein Wunder). Elf muntere Dänen zeigten dem dänischen Bayern-Coach Lerby, wo der Barthel den Most holt.
6. Deportivo La Coruna - Bayern 2:1
Wer sind denn schon La Coruna und Lens? Zwei Teams, die die weiße Ballett als Traumtänzer entlarvten und vorzeitig aus der Champions League 2002/2003 warfen - am 29. Oktober 2002 war es perfekt. Beckenbauer war gar nicht erst mitgereist, Hoeneß verschlug’s die Sprache für mehrere Stunden. Allein deshalb schon ein schöner Tag.
7. FC Barcelona - Bayern 4:0
“Wir haben Glück gehabt, dass Barcelona in der zweiten Halbzeit nicht mehr wollte - das hat uns vor einem zweistelligen Ergebnis bewahrt”, sagte Michael Rensing. Der hatte direkt vor diesem Schlachtefest am 8. April 2009 seinen Platz im Tor räumen müssen. Räumen dürfen - hieß es nach dieser Demontage, bei der sogar Udo Lattek geweint haben soll.
8. Bayern - 1. FC Kaiserslautern 0:1
Michael Schjönberg, Fußballgott. Der Däne kürte den Neuling schon am 1. Spieltag der Saison 97/98 zum Meister. Rehhagel jubelte, Bayern schäumte.
9. Borussia Dortmund - Bayern 1:0
Gleiche Saison, gleiches Ergebnis, gleiche Wirkung. Und das im CL-Viertelfinale. Zwei Spiele lang zeigte Jancker, warum er nie ein Großer wird. Dann kam Chapuisat.
10. VfL Wolfsburg - Bayern 5:1
4. April 2009 - knapp 26 Monate und ein paar Tage ist es her, dass Felix Magath seine Lederhose ausziehen musste. “Rache ist ein Gericht, das kalt genossen werden sollte” - und dafür sorgte Hacke-Spitze-5:1-Grafite ebenso erbarmungslos wie Magath selbst, der in der 88. Minute noch seinen Ersatzkeeper einwechselte. “In meinen Augen ist das eine Demütigung”, jammerte Bayern-Käpt’n van Bommel. Wie gemein! Komisch übrigens, dass die Bayern diese Klatsche kassierten, direkt nachdem sich Klinsmann sich viele, viele Jahre auf der Bayern-Bank gewünscht hatte.
11. Zenit St. Petersburg - Bayern 4:0
“Was soll uns schon passieren?”, tönte Martin Demichelis vor dem Halbfinale im Uefa-Cup. Doch am Tag der Arbeit 2008 verweigerte die Bayern-Defensive selbige. “Das war das schlechteste Spiel, an das ich mich erinnern kann”, jaulte Luca Toni, nachdem der Traum vom Triple sich erledigt hatte. Und der (der Toni, nicht der Traum) war am Tag des Spiels immerhin auch schon 30 Jahre alt.
12. Bayern - FC St. Pauli 0:1
Der größte Erfolg der Klubgeschichte (nein, nicht der Münchner). Ralf Sievers marschierte am 2. März 1991 links los, dann machte Knoflicek ein paar Meter. Zurück zu Sievers, Schuss ins lange Eck, Tor. Pauli stieg zwar trotzdem ab, Bayern fehlten die Punkte am Ende aber im Duell mit Lautern.
13. FC St. Pauli - Bayern 2:1
Es ging am 6. Februar 2002 dank Meggle und Patschinski auch anders herum.”Ein Rückfall in die Steinzeit”, grantelte Beckenbauer. “Abschied von einer großen Mannschaft”, titelte die SZ. Wer war damit denn gemeint?
“Der Trainer und ich haben etwas gesagt. Hinterher hat es keine Wortmeldung mehr gegeben.” (Manager Uli Hoeneß zum Kabinengang nach dem 1:2)
14. Bayern - Schalke 04 0:7
Höchste Bundesliga-Schlappe der Bayern aller Zeiten. Leider schon viele, viele Jahre her.
15. 1. FC Kaiserslautern - Bayern 7:4 (1:4!)
Seppl Pirrung (”der Beckenbauer wusste gar nicht mehr, wo die Mittellinie ist”) schoss dem FCB 1973 die Bude voll, was die Gäste prompt zu einem Vertragsangebot provozierte. Pirrung lehnte charakterstark ab.
16. Aston Villa - Bayern 1:0
O wie schade, ein Endspiel im Europapokal der Landesmeister verloren die Bayern auch mal unglücklich. White sorgte am 26. Mai 1982 dafür, dass die Ästhetik im Ergebnis lag.
17. Fortuna Düsseldorf - Bayern 7:1
Uli Hoeneß floh 1978 nach Nürnberg, Rummenigge und Breitner verrichteten Dienst nach Vorschrift. Klaus Allofs & Co. dankten.
18. Eintracht Braunschweig - Bayern 5:2
Die Niedersachsen wurden 1967 Deutscher Meister, und die nach allen Regeln der Kunst vorgeführten Bayern verhinderten wenigstens, dass die Schale zu den Löwen wanderte.
19. Bayern - FC Homburg 2:4
1992 war’s, da verabschiedeten sich die Münchner besonders blamabel aus dem DFB-Pokal. Dann gab’s da zum Beispiel ein 4:5 gegen Osnabrück, 0:1-Pleiten in Weinheim und Vestenbergsgreuth. Pokal ist, wenn der Rest der Nation trotzdem lacht.
Fortsetzung folgt…
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Pingback by Zeitenwechsel // Nachspiel — 2. May 2008 @
Schlimm das alles. Ich kann es immer noch nicht fassen. Wer mittrauern möchte/muss, der lasse seinen Gefühlen bitte freien Lauf. Hier gibt´s die “Offizielle Trauer-Liste zur Schmach von Petersburg”:
http://www.sportgate.de/blog/2008/05/02/grose-trauer-liste-bayern-petersburg-04/
Niedergeschmetterte Grüße, Tim
Comment by Sportgate — 2. May 2008 @
21!
21!
…
Trackback by probek.net — 4. May 2008 @
Zum 1:2 gegen Porto solltst du mal deinen Ex-Kollegen Sebastian Voigt befragen. Das hat damals ziemlich weh getan. Zum Viertel- und Halbfinale hatten wir schön den Reli-Prüfungskurs geschwänzt, sind mit noch nem Kumpel in einem klapprigen R4 (28 PS) gen Müchen gedüst. In den Kassler Bergen überholten uns die Laster. Aber es hatte sich am Ende gelohnt. So wollten wir nach Wien. Doch dann bekamen wir keine Finalkarten und musste bei Fuzzytrab das Spiel über seiner Kneipe ankucken. Ein ganz schecehtes Omen. und der Ausgang ds Spiels hat uns darin bestätigt.
Gruß aus Berlin
Comment by bunki — 29. May 2008 @
hier hätte ich auch noch eine:
http://www.fussballdaten.de/bundesliga/1975/1/offenbach-bmuenchen/
Comment by bunki — 3. June 2008 @
Jau, das allererste Spiel nach der WM und die erste Bayern-Niederlage, die ich bewusst mitbekommen habe. Freibad Seesen, Radiokonferenz und ein paar total entsetzte Mode-Bayern-Fans um mich herum
Werde ich bei nächster Gelegenheit ergänzen…
Comment by Saffti — 3. June 2008 @