Männer lieben den Wettkampf

Burkhard Schulte (vorn im orangefarbenen Shirt) startet jeden Dienstag mit dem Lauftreff des MTV Treubund durch - und an diesem Wochenende beim Tiergartenlauf.

Mit 66 Jahren fängt das Leben an? Burkhard Schulte ist erst mit 70 richtig durchgestartet. „Ich habe mir wahnsinnig viel Zeit gelassen“, sagt der heute 74-jährige Lüneburger über sein Marathon-Debüt in einem Alter, in dem viele allenfalls noch Walking hinbekommen. Und das Beste: Schulte hat sich seitdem jedes Jahr in Hamburg gesteigert, von 4:33 bis auf 4:05 Stunden in diesem Jahr. Am kommenden Sonntag wird er nicht ganz so lange unterwegs sein: Sein Heimrennen, der Tiergarten-Volkslauf des MTV Treubund, steht an. Und da begnügt er sich mit der 10,5-km-Strecke. Gezwungenermaßen „Ich muss vorher ja auch noch beim Aufbauen helfen. Die schweren Sachen trage ich aber zum letzten Mal.“

Eine solide sportliche Grundlage hat sich der gebürtige Westfale aber schon vorher geschaffen. Leichtathletik mit allerdings deutlich kürzeren Distanzen in der Jugend in Versmold, Radsport später über Jahrzehnte beim VfL Lüneburg. „Ich bin viele Kilometer gefahren. Cyclassics, Radtourenfahrten, alles habe ich mitgenommen“, erzählt er. „Doch irgendwann wurde ich zu langsam.“ Denn Rennradfahrer wollen zeigen, was sie drauf haben, und testen ständig aus, wer denn der Schnellste ist. „Männer müssen kämpfen und den Wettkampf haben. Das will ich ja auch. Aber irgendwann bin ich mit den Jungen nicht mehr mitgekommen.“

Da traf es sich doch gut, dass eine gewisse Christina ihn mal zu einer Laufrunde durch den Kurpark einlud: „Sie hat mich ja erst zum Laufen gebracht.“ Seit zehn Jahren sind die Zwei jetzt verheiratet und regelmäßig beim Lauftreff des MTV Treubund am Start, wobei sie es etwas gemütlicher angehen lässt. Beim VfL hält sich das Paar auch noch fit, etwa im Vitalstudio oder durch Pilates. Schulte turnte da auch am Tag nach dem Hamburg-Marathon die Kobra oder den herabschauenden Hund, während viele jüngere Finisher kaum wussten, wie sie die Treppen hoch oder vor allem wieder runter kommen.

Wer so lebt, wird auch nicht so schnell krank. Den Lauf um den Heideköniginnen-Pokal in Amelinghausen hat Schulte jetzt aber wegen einer Virus-Infektion verpasst, „aber die fünf Läufe für den SALAH-Cup bekomme ich hoffentlich noch hin.“ Dreimal startete er bereits, drei Siege in der M 70 sprangen dabei heraus, zwei sollen noch folgen. Männer müssen kämpfen – auch mit 74.

1 Kommentar

  1. Dietmar

    Respekt!!

    Antworten

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