Man müsste mal wieder…

vfl

Wir alle wissen doch – oder sollten zumindest wissen -, wie wichtig eine vernünftige Technik fürs Laufen ist. Und wie oft ziehen wir mal wirklich das Lauf-ABC durch oder gucken uns an, wie wild wir mit den Armen in der Luft herumschlackern und wie elefantös wir mit den Beinen aufstampfen? Eben. Man trifft sich zum Laufen, man läuft – und das war’s. Aber jetzt habe ich mich mal ins frisch eingeführte Lauftraining beim VfL Lüneburg hineingemogelt. Und es hat gar nicht weh getan.

Andrea begrüßt samstags um 9 Uhr neun super motivierte Frauen und Männer sowie mich, der noch nicht recht weiß, wohin mit den Gräten. Es geht auch gleich in den Vollen. Auf der Laufbahn legt sie zwei leiterähnliche Gebilde hin, durch die wir in allen möglichen Varianten hopsen müssen. Nur rechts, nur links, zwei vor, ein zurück und so weiter. Immer schön an den Armschwung denken. Ich krieg’s irgendwie hin – einen Lehrfim sollte man aus meinen Hopsern aber nicht unbedingt anfertigen.

Nun geht’s in die benachbarte Kleingartensiedlung. Laufen streng nach Puls ist angesagt. Hab’ ich das letzte Mal irgendwann in der mittleren Bronzezeit gemacht. Eine Runde GLA1 – Grundlagenausdauer 1, genannt auch Unterhaltungsdauerlauf bei 65 bis 75 Prozent des Maximalpulses. Zurzeit eh kein Problem für mich, da ich mich ungefähr seit zwei Monaten von was auch immer regeneriere und gar nicht schneller laufen kann und mag.

Nächste Runde, GLA2, also 75 bis 85 Prozent. Ich muss meinen Puls also über 130 treiben. Ein winziges Hügelchen versteckt sich innerhalb unseres Rundkurses und sorgt dafür, dass meine Uhr schlagartig nicht mehr irgendwas um 120 anzeigt, sondern fast 140, ohne dass ich schneller geworden bin. Höher geht meine Beats-per-Minute-Zahl auch nicht mehr, als Andrea noch mehr Tempo fordert. Gefühlte und tatsächliche Fitness scheinen bei mir zurzeit nicht allzu weit auseinander zu liegen.

Am Ende sollen wir uns ausgiebig dehnen. Und “ausgiebig” heißt bei Andrea, dass man sich nicht am Geländer einmal kurz festhält und sich nach vorn beugt, bis es irgendwo ein bisschen zwickt. Hier heißt es: ein Bein auf die Erde, das andere in alle möglichen Himmelsrichtungen gehalten, angewinkelt, gestreckt, wie auch immer. Es wirkt wie ein Eignungstest für Artisten, bei dem ich von 100 möglichen Punkten minus 37 erzielte. Aber irgendwann bin ich erlöst – und wir wünschen uns allen noch einen schönen Tag.

Ach, von guten Vorsätzen halte ich eigentlich gar nichts. Aber sollte ich mich nicht wenigstens mal bemühen, hin und wieder nicht nur einfach zu laufen, sondern mir auch ein paar Gedanken um die Technik zu machen? Wenn gar keiner hinguckt, kann ich ja heimlich mal ein Lauf-ABC einschieben. Und demnächst soll es beim VfL mit einem richtigen Lauftreff weitergehen. Ich freu’ mich schon.

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