Nächste Woche gehe ich auf die Bahn

Alles auf Anfang.

Seht her, da kommt Häuptling Schlappschritt. Nicht richtig langsam, aber auch alles andere als schnell. Nicht total faul, aber auch nicht wirklich ehrgeizig. Er dreht unverdrossen seine Runden, will es aber auch nicht übertreiben. Dezember? Regeneration. Januar? Ruhige, lange Läufe. Februar? Hilfe, wir haben schon Februar???

Häuptling Schlappschritt, das bin zurzeit ich. Neuneinhalb Wochen ist es schon her, dass ich in Florenz über die Ziellinie geschlappt bin. Wirklich im Wettkampfmodus bin ich seitdem noch nicht wieder angekommen. Am Sonntag zum Beispiel, beim Lauftreff der Düvelsbrook Dynamics, überredete mich Arend kurz vorm Ende der zweiten Runde zu einer kleinen Verfolgungsjagd: “Komm, den Alex kriegen wir noch.” Doch so einfach war das nicht, denn der durch Intervalle bei der LSV gestählte Alex zog auch das Tempo an. Nach ein paar Minuten hatten wir ihn doch eingeholt – und ich am Rande der Herzattacke, während Arend und Alex leichtfüßig weiterliefen.

Ruhige Läufe allein machen halt aus einem Häuptling Schlappschritt keinen dynamischen Renner. Seit Florenz war ich zuvor exakt einmal wirklich schnell gelaufen: als ich ohne Jacke und Mütze von einem ordentlichen Regenschauer überrascht worden war. Und Ende März will ich schon beim Drielandenloop in Losser glänzen! Im April einen Halbmarathon glorreich beenden! Im Mai die Big 25 in Berlin angehen! Das alles macht, mehr noch als ein schnöder Marathon, ohne ein bisschen Tempotraining überhaupt keinen Spaß.

Also ab auf die Bahn? Ein paar Intervall-Einheiten fallen mir immer ein, wobei mir mäßig schnelle 1000-Meter-Einheit deutlich lieber sind als hektische 400er. Aber lieber erst einmal vorsichtig anfangen. Ich steuerte nicht die Bahn in Adendorf an, sondern doch nur wieder den Elbe-Seitenkanal. Lief dort exakt zwei 500er in Zeiten, die, freundlich formuliert, ausbaufähig sind. War komplett erschöpft, habe aber auf dem Heimweg, auf Straßen, auf denen ich vor Zeugen sicher war, wenigstens noch zwei Sprints angezogen. Nächste Woche gehe ich aber wirklich auf die Bahn. Wenn’s nicht wieder so regnet oder windig ist.

Fürs Erste hat sich der Häuptling, statt es mit dem Tempotraining zu übertreiben, neue bunte Kompressionssocken gekauft. Die machen mich bestimmt auch zwei, drei Sekunden schneller. Pro 25 Kilometer.

 

1 Kommentar

  1. Blumenmond

    Also bunte Socken.. ich bin sicher, die machen jedes Tempotraining wett. Und wenn man auf die Bahn muss.. ach irgendwas ist ja immer.

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