Gegen das Unkraut im Körper

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Eigentlich wollte ich schon immer… Eigentlich ist das ein Satzanfang, den ich mir schon immer abgewöhnen wollte. Was ich will und auch kann, das mach’ ich hoffentlich irgendwann. Von der Hitzacker Herbst-Härte bis zum Boston-Marathon stehen natürlich auch ein paar Läufe auf meiner Eigentlich-wollte-ich-schon-immer-Liste. Und Yoga. Vielleicht brauche ich einfach mal einen Tritt in den Hintern, um mich regelmäßig auf die Matte zu begeben. Vielleicht aber auch nur ein gutes Buch, das richtig Appetit macht. Eines wie “Yoga ist ein Arschloch” von Christine Bielecki.

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Die Yoga-Lehrerin arbeitet in elf Kapiteln ebenso viele Klischees ab, räumt auf sehr amüsante Weise mit den gängigen Vorurteilen auf. Zum Beispiel mit dem, dass Yoga immer gut tut. Nein, es ist manchmal auch ein Arschloch, ist anstrengend, tut weh. Aber glücklich werden können wir letztlich alle mit der indischen Lehre, auch Leute, die ungelenkig sind, nicht so sehr auf Räucherstäbchen und Wollsocken stehen, ja selbst Männer.

Zudem ist Yoga gerade in Kalifornien, der Wahlheimat der Autorin, schwer angesagt, gehört zum Lifestyle einfach dazu. Von der alten Kunst der Meditation haben sich moderne Gurus wie Bikram Choudhury mittlerweile weit entfernt – dessen großkotzige Art geht der Autorin allerdings schwer auf die Nerven. Getreu ihrem Motto “Immer schön locker bleiben!” spricht sich Christine Bielecki ohnehin gegen Leistungsdruck und dogmatische Trainingsmethoden aus. Yoga ist halt kein Wettkampf – es geht nicht um den Vergleich.

“Die größte Gefahr beim Yoga ist falscher Ehrgeiz”, erklärt die Autorin. Was die Übungen aber auslösen können, erklärt die Autorin nur zu gern. “Wer Yoga übt, entfernt das Unkraut aus dem Körper, so dass der Garten wachsen kann”, zitiert sie aus einem Lehrbuch-Klassiker. Wer das hektische Leben außerhalb bei Yoga-Stunden ausblenden kann, wird hoffentlich nicht nur gelenkiger und gesünder, sondern auch gelassener – und damit ein bisschen glücklicher. Ich glaube es gern dank meiner Erfahrungen mit Pilates.

Konkrete Anweisungen zu Übungen findet man in diesem Buch übrigens nicht. Christine Bielecki rät dazu, Yoga mit einer ausgebildeten Lehrkraft und in nicht zu großen Gruppen zu lernen. Und ich mach’s bestimmt auch sehr bald, ganz bestimmt.

Ein Rezensionsexemplar wurde mir vom Verlag Die Werkstatt kostenlos zur Verfügung gestellt.

 

 

1 Kommentar

  1. Chris

    Der Titel ist ja mal richtig geil!
    Nein Quatsch, als Trainer kann ich Yoga auch nur empfehlen. Ich mache es selber zwischendurch als Ausgleich zu Kraft- und Ausdauertraining.
    Derzeit bereite ich mich auf das 250km Atacama Crossing Rennen vor.

    Chris

    Antworten

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