Groeten uit Apeldoorn

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Drei Themen halten die Niederlande derzeit in Atem. 1. Beatrix’ baldiger Rückzug in die Altersteilzeit. 2. Beatrix’ 75. Geburtstag. 3. Der Midwinter Marathon in Apeldoorn, zu dem sich insgesamt mehr als 12.000 Aktive angesagt haben. Beatrix ist zwar nicht dabei, dafür aber unter anderem meine Wenigkeit, die sich die 27,6 km lange Asselronde vorgenommen hat. Erst einmal aber ein paar Anmerkungen zur Läufermode:

Tausende von Galerien zeigen, wie wunderbar die Fußballer in den goldenen Siebzigern und Achtzigern aussahen, lange Matte, mächtige Rotzbremse über der Lippe, später Miniplis und der Siegeszug des Vokuhila-Schnitts. Arg vernachlässigt wurde dagegen bisher im Netz die Würdigung ähnlicher Modephänomene  im Laufsport. Ich fülle diese Lücke heute notdürftig mit vier Fundstücken auf der Seite der Bappers, einer Laufgruppe aus Haarlem, die offenbar auch häufiger in Apeldoorn zu Besuch ist. Das sind Bilder aus dem Jahr 1981 – einem Jahr, in dem man weder Funktionsklamotten noch luxuriös gedämpfte Treter kannte, in dem die harten Jungs auch bei einem halbem Meter Schnee im Singlet durch die Gegend fegten. Irgendwann einmal mehr Nostalgisches…

Zurück zur Gegenwart. In Apeldoorn ist es noch ein wenig milder, windiger und regnerischer als in Duitsland. Was muss man über diesen Ort aber wissen? Wenn man sich die Provinz Gelderland als das Hessen der Niederlande vorstellen kann, dann ist Apeldoorn eindeutig das Kassel von Gelderland. Eine, um es freundlich zu formulieren, nüchtern und zweckmäßig wirkende Innenstadt, dafür aber herrliche Anlagen in der Peripherie. Bis 1689 war Apeldoorn ein unbedeutendes Kuhkaff, doch seit dem Bau des Lustschlosses Het Loo wuchs und gedieh Apeldoorn, das heute fast 160.000 Einwohner zählt und sich nach Meinung einiger Spötter zum größten unbedeutenden Kuhkaff der Niederlande entwickelt hat. Gesehen haben muss man vor allem das Kröller-Müller-Museum im Nationalpark Hoge Veluwe. Wer ein bisschen in Kultur machen will, kommt aber auch nicht am CODA vorbei.

midwinter

Durch die Hoge Veluwe führt auch der Lauf am Sonntag, der angeblich bei Temperaturen knapp über null Grad, starkem Westwind (den hat man hier eh fast immer) und Regenschauern stattfinden soll. Da das Profil dieser Strecke nicht eben flach wie ein pannekoeken ist, dürfte mich kein Sonntagsspaziergang erwarten. Egal, ich jage hier eh nicht irgendeiner Zeit oder einem Platz hinterher, sondern will vor allem Spaß haben, locker durchkommen und auch ein paar hübsche Fotos machen. Ich sehe dieses Rennen als ersten langen Lauf exakt zwölf Wochen vor dem Marathon in Düsseldorf an, außerdem als Test für den Hermannslauf an, den ich 2014 wirklich mal in Angriff nehmen will. In den vergangenen zweieinhalb Wochen habe ich schon angefangen, etwas intensiver und auch länger zu trainieren, fühle mich derzeit bei den Einheiten  eher wie ein Elefant als wie eine Gazelle. Zwei Tage war mein Knöchel dick, ansonsten lief alles halbwegs nach Plan. Doch eben dieser Plan wird am Sonntag erst einmal vergessen.

So, jetzt beginnt der Urlaub. Mal sehen, wann ich genug Zeit, Puste und Lust habe, um einen Wettkampfbericht zu verfassen.

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