Im Laufschritt nach Rotterdam

Marathon Rotterdam

Pfingsten kann man entspannter verbringen, bestimmt aber nicht sportlicher und vor allem sinnvoller als mit einem kleinen Lauf von Hamburg nach Rotterdam. Zugunsten der Stiftung „Roparun Palliatieve Zorg“ gehen rund 90 Mannschaften den Staffellauf zwischen den beiden großen Hafenstädten an, darunter auch zum zweiten Mal das Team der Hamburger Eventagentur Nordpuls, in der insgesamt sechs Frauen und Männer aus dem Landkreis Lüneburg dabei sind. Kein Wunder, denn auch Nordpuls-Chef Gerdjan de Leeuw kommt aus Wendisch Evern.

In seiner niederländischen Heimat ist das Laufen für den guten Zweck im Allgemeinen sowie der Roparun im Besonderen schon ein ganz großes Ding. „Der Zieleinlauf ist eine unbeschreibliche Erfahrung“, weiß de Leeuw. Das komplette Team absolviert die letzten Kilometer auf dem Coolsingel, auf dem auch der Rotterdam-Marathon endet – und die Begeisterung der Zuschauer ist eines City-Marathons mindestens ebenbürtig. Aber auch viele Orte auf der Strecke machen den Roparun zu einem großen Erlebnis für Teilnehmer und Zuschauer.

Der Erlös fließt an krebskranke Menschen, für die es keine Heilungschancen mehr gibt. „Die Krankenkassen bezuschussen zum Beispiel keinen letzten Urlaub“, bedauert de Leeuw, „aber die Roparun-Stiftung lässt die Menschen nicht hängen.“ Mittlerweile profitieren auch deutsche Einrichtungen von der Stiftung. Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) erhielt in drei Jahren insgesamt fast eine Millionen Euro.

Ein wenig enttäuscht war de Leeuw nur davon, dass sich trotzdem kein einziger der insgesamt 10 000 Mitarbeiter selbst für den Roparun engagieren wollte. Auch deswegen ist ein Teil des Geldes für ein Haus im Landkreis bestimmt, nämlich für das Hospiz St. Marianus in Bardowick, das einen neuen Kleinbus im Wert von rund 60 000 Euro benötigt.

Zudem arbeiten die Roparun-Verantwortlichen daran, dass der Spendenlauf in Deutschland mehr Beachtung findet. Die ersten vier Auflagen wurde praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit gestartet, am Sonnabend, 3. Juni, aber soll die Elbphilharmonie einen attraktiven Hintergrund liefern. Und den Startschuss gibt erneut Silvie Meis ab. Die Ex-Frau des ehemaligen HSV-Stars Rafael van der Vaart war selbst an Brustkrebs erkrankt, regte nun unter dem Motto „Look good, feel better“ Schminkkurse für Frauen an, die durch eine Chemokur ihre Haare verloren haben – auch ein Projekt, das Roparun unterstützt.

Alle Teammitglieder teilen sich zunächst die Anmeldegebühren in Höhe von zirka 250 Euro pro Nase, werden zudem Sponsorengelder und Spenden einsammeln, außerdem Lose für die offizielle Roparun-Tombola verkaufen. Insgesamt kamen so seit der Premiere 1992 gut 70 Millionen Euro für die Stiftung zusammen. Wer auch mithelfen oder spenden will, der kann sich an de Leeuw per E-Mail wenden: g.deleeuw@nordpuls.com

Eindrücke auf youtube aus Zutphen: https://www.youtube.com/watch?v=Vyo9lVllLFc

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Der Name „Roparun“ deutet es an – ursprünglich führte der Lauf seit seiner Gründung vor 25 Jahren von Rotterdam nach Paris. Vor vier Jahren stieß Hamburg als zweiter Startpunkt dazu, seitdem treffen sich Pfingstmontag die gut 240 in Frankreich gestarteten Teams und 90 aus Hamburg in der niederländischen Hafenstadt zum gemeinsamen Einlauf auf dem Coolsingel.

Die Organisation und Eintteilung der Läufer organisiert jede Mannschaft in Eigenregie. Das Nordpuls-Team wird die insgesamt 564 Kilometer in zwei Vierergruppen bewältigen. Während die eine Hälfte für zirka acht Stunden ruht, wechseln sich die vier anderen Läufer tags wie nachts alle zwei Kilometer ab, begleitet jeweils von einem Radler. Insgesamt läuft jeder innerhalb von 48 Stunden etwa 70 Kilometer.

Übernachtungen sind in Kluse/Emsland sowie in Zutphen geplant. Neben de Leeuw gehen aus dem hiesigen Kreis Lisa und Christian Boddenberg, Tina und Oliver Lukas sowie LZ-Sportredakteur Andreas Safft das Abenteuer an.

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