22. September 2020

Abgekocht am Goldenen Reiter

Dresden, 24. Oktober 2010, mein dritter Marathon – fast zehn Jahre her, und auch an diesen Lauf kann ich mich noch so gut erinnern. Schöne Strecke, akzeptables Wetter, halbwegs gut durchgekommen. Das wäre jetzt die Kurzversion, aber natürlich ist da so viel mehr passiert und hängengeblieben.

Meine letzten Meter in Dresden. Fit genug für ein paar Faxen war ich jedenfalls noch.

 

Dresden war mein erster und einziger Familienurlaub mit angeschlossenem Marathon. Ist ja ein bisschen gefährlich. Eine Woche lang schaut man sich alle möglichen Sehenswürdigkeiten an, und am Sonntag steht noch die ganz große Runde durch die Stadt an. Zudem war es kalt, richtig kalt. Am Vortag des Rennens gab es sogar Frost. Nun, meine Beine hielten, und wie ein Jahr zuvor in Lübeck besserte sich auch in Dresden das Wetter pünktlich zum Marathon deutlich.

Zwei Runden standen an, praktisch alle Sehenswürdigkeiten der Stadt durften wir dabei passieren. Dresden hat allerdings auch hässliche Ecken. Und an der wohl hässlichsten, irgendwo zwischen Kongresszentrum und Parkhaus ging es los. 10 km, Halbmarathon und sogar Walking wurden parallel gestartet, in der ersten halben Stunde war es ein einziges Durcheinander. Der Rest der Strecke entschädigte dafür um so mehr, vor allem die schönen Passagen nahe der Elbe und die Runde durch den Großen Garten. Allzu viele Leute schauten aber leider nicht zu.

In Erinnerung blieb leider auch der blöde Autofahrer, der an einer Absperrung halten musste und uns Läufer wild verfluchte. In Sächsisch oder Suaheli? Nach gut 30 Kilometer konnte ich das nicht mehr auseinanderhalten. Bewundernswert fand ich die ältere Dame, die mich kurz vorm Ziel auf der Höhe des Goldenen Reiters stehenließ und diverse weitere Mitvierziger und – fünfziger gnadenlos abkochte. An der Semperoper und am Zwinger flog ich trotzdem bestens gelaunt vorbei, um irgendwo zwischen Kongresszentrum und Parkhaus das Ziel zu erreichen.

Von dort aus geht es schnell unter die Dusche in der Eishalle und dann Richtung Zug. Am Abend bin ich schon wieder in Lüneburg. Richtig glücklich und zufrieden, so soll’s sein.

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