Eine große Familie

Manchmal überkommt mich ja die Sinnkrise. Wer interessiert sich überhaupt für meine bescheidenen Lauferlebnisse? Deshalb habe ich beim Junkernhoflauf in Thomasburg konsequent darauf geachtet, wer da ansonsten noch mitläuft. 258 Menschen und eine Hündin sind ins Ziel gekommen. Eine wahrlich bunte Mischung.

In besonderer Erinnerung geblieben sind:

Hier laufen insgesamt vier: Der Bundestrainer, die werdende Mama und Hündin Klara.
Foto: Erwin Sawert
  • Die werdende Mama, die sich in der 24. Schwangerschaftswoche auf die 9,6-km-Strecke traut, begleitet von ihrer Hündin und unserem Bundestrainer der Düvelsbrook Dynamics. Das Bäuchlein ist gut zu erkennen – nein, Mike, dich meine ich nicht…
  • Die neue Pressewartin der RSC-Triathleten, mit der ich gut 5 Kilometer gemeinsam laufe und die sich dann doch erst im Ziel zu erkennen gibt.
  • Das Willi-Duo aus Adendorf, beide schon weit jenseits der 80. Am Samstag bei der Sportlerehrung auf der Bühne, am Sonntag schon wieder laufend unterwegs. Einfach nur bewundernswert.
  • Der Landrats-Kandidat, ebenfalls am Samstag bei der Ehrung und am Sonntag in Thomasburg. Und das sogar mit einer recht ordentlichen Zeit. Wirkt jedenfalls deutlich fitter als ein ehemaliger Lüneburger Politiker, der sich vor ein paar Jahren noch beim Tiergartenlauf blicken ließ und mittlerweile Karriere in Hannover gemacht hat.
  • Der rasend schnelle Mann aus Buxtehude, der wie immer von Kopf bis Fuß neongelb gekleidet ist und meinen allerersten Altersklassensieg im SALAH-Cup hauchdünn (knapp sechs Minuten) verhindert hat.
  • Die fitte Dame aus Scharnebeck, die neulich von einer anderen fitten Dame aus Amelinghausen auf den letzten Metern noch passiert wurde (pfui, das macht man doch nicht bei einem Volkslauf!), sich diesmal von ihrer Freundin aber deutlich absetzen kann.
  • Die wenigen tapferen Männer und Frauen, die auch bei vier Grad, etwas Wind und aufkommendem Nieselregen tapfer in kurz gelaufen sind. Ich kramte doch wieder meine lange Büx heraus – und das will etwas heißen.
  • Die wirklich tollen Helfer. Wo kennt man sonst praktisch jeden Streckenposten? Wo weist einem der Trainer der Fußballer auf den richtigen Parkplatz, wo reicht einem dessen Vorvorvorgänger die Getränke, wo kündigt der 1. Vorsitzende die Zieleinläufe an? Wo wird das Wörtchen „familiär“ so sehr gelebt wie in Thomasburg?

Ach, es ist einfach wieder wie ein großes Familientreffen in Thomasburg. Mein absoluter Lieblingslauf in der Region. Nächstes Mal aber gern wieder in etwas kürzeren Klamotten.

Ein Gedanke zu “Eine große Familie

  1. War mit meinem Bruder mit dabei und hatte sehr viel Spaß beim Lauf. Der Hügel nach dem 5. km hat viel Kraft gekostet aber alles in allem eine tolle Strecke.

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