Zum Blättern und Träumen

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Wozu gibt es eigentlich noch gedruckte Laufkalender, wo doch jede Dorfrunde mittlerweile auf hundert Volkslauf-Suchmaschinen im Internet erfasst ist? Vielleicht einfach für die haptische Wahrnehmung – auf Deutsch: Manche Leute wollen einfach gern in etwas blättern, von kleinen und großen Abenteuern im kommenden Jahr träumen. Einer dieser Traditionalisten bin ich – und deshalb habe ich mich gleich mal auf drei Laufkalender gestürzt:

DLV Laufkalender

3200 Termine auf 228 Seitn, da bleibt nicht viel Platz für die einzelne Veranstaltung. Die Läufe sind sortiert nach Datum und nach Postleitzahl. Wer also z.B. am 1. Mai Zeit für ein kleines Läufchen hat, kann zwischen 43 deutschen Orten wählen (oder sich für den Salzburg-Marathon entscheiden). Wer umgekehrt gucken will, wann denn in einem bestimmten Ort etwas los ist, der wird im Ortsregister fündig. Alles Weitere lässt sich in der Regel übers Internet recherchieren.

Das Layout ist im Stil von laufen.de leicht modernisiert worden. “Die besten Tipps für dein nächstes Rennen!” – gegen solche Versprechungen hat sich bei mir mittlerweile eine schwere Allergie entwickelt. Zurecht, wenn ich dann die zwei Seitchen überflogen habe. Aber ansonsten können gerade Läufer, die ein bisschen in Deutschland herumkommen und nicht immer die gleichen Veranstaltungen sehen wollen, aus dieser Broschüre wieder einige tolle Anregungen herausziehen. Oder wie bin ich zum Beispiel auf die Idee gekommen, neulich in einem mir bis dahin komplett unbekannten Ort namens Ofen zu starten? Bereut habe ich es nicht…

NLV Laufkalender (Niedersachsen und Bremen)

Für Niedersachsen und Bremen reichen 56 Seiten. Erst einmal werden Lauftreffs von Achim bis Zeven aufgezählt, dann alle bestenlistenfähigen (also offiziell ausgemessenen) Läufe aufgezählt – kein schlechter Service für die etwas ehrgeizigeren Cracks. Es folgen die chronologisch aufgezählten Veranstaltungen, von denen diverse auch etwas ausführlicher mit Streckenprofil, Startgeldern, Meldeschluss und Rahmenprogramm vorgestellt werden. Allerdings lässt die Größe der Ankündigung nicht unbedingt auf die Bedeutung des Rennens schließen, eher wohl auf den Fleiß des jeweiligen Vereinsverantwortlichen. Aus- und Fortbildungstermine schließen den Kalender ab.

Insgesamt also ein nüchterner, informativer Wegweiser durch das Laufjahr, leider nur ohne Ortsverzeichnis. Auffällig ist aber, dass in den Bezirken Lüneburg und Weser-Ems, aber auch rund um Hannover deutlich mehr Veranstaltungen ausgewiesen sind als in Südniedersachsen. Aber dafür kann der NLV nun wirklich nichts.

Laufen in Hamburg

114 Seiten werden den Events an Elbe und Alster sowie an vielen anderen unbekannteren Flecken in der Hansestadt gewidmet. Hier ist die Broschüre klar übersichtlicher und informativer als das Internet-Angebot, weil kleine, aber feine Veranstaltungen ebenso ausführlich vorgestellt werden wie die großen Events à la Hamburg-Marathon, Hella-Halbmarathon oder Alsterlauf.

Schon im Inhaltsverzeichnis erkennt man, dass es kaum ein Wochenende ohne irgendeinen Lauf gibt – die meisten Lücken lassen sich durch Veranstaltungen im schleswig-holsteinischen und niedersächsischen Speckgürtel sicher noch füllen. Jedem Lauf sind ein, zwei Seiten gewidmet, die der jeweilige Veranstalter offenbar selbst gestalten konnte. So kunterbunt dieser Laufkalender ist, so vielfältig ist halt auch Hamburgs Laufszene. Nachahmenswert ist der Service “Kinder und Schüler laufen in Hamburg” – hier werden extra die Termine für kindgerechte Strecken hervorgehoben.

PS: Der DLV-Laufkalender liegt der aktuellen laufen.de bei, kann aber auch beim DLV gegen Portoersatz angefordert werden. “Laufen in Hamburg” ist praktisch in jedem Laufladen und Sportgeschäft in Hamburg erhältlich. Und der NLV-Laufkalender ist zurzeit bei vielen Lauftreffs und Veranstaltungen gratis zu bekommen.

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