Der Kilometerfresser

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Wenn man älter wird, scheint die Zeit schneller zu vergehen. Die Sommerferien mit elf Jahren schienen noch endlos. Doch kaum hat man den Kater nach seinem 40. Geburtstag halbwegs vergessen, prangt schon die 5 vorn. Das Wie-die-Zeit-vergeht-Phänomen hat beim Laufen aber auch seine Vorteile. Eben noch raffte ich mich mühselig zum Bahntraining auf – und schon sitze ich wieder vorm PC, um über meine Intervalle zu philosophieren.

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Ich trainiere nach dem Steffny-Plan für den Leipzig-Marathon am 19. April, stecke jetzt in der vierten von zehn Vorbereitungswochen. Kilometerfressen ist derzeit angesagt, Feilen an der Grundlagenausdauer. Die ersten beiden langen Läufe waren auf den letzten Kilometern eine rechte Qual, den dritten habe ich am Sonntag aber halbwegs rund hinbekommen, ohne alle paar Minuten auf die Uhr zu gucken – es besteht also Hoffnung, dass ich in diesem Jahr die 42,195 Kilometer mal wieder durchlaufe und mich nicht zwischendurch als Walker betätigen muss.

Heute standen auf der Laufbahn in Adendorf die letzten 2000er im Marathontempo an. Realistisch müsste ich sie in 9:50 Minuten laufen, optimistisch in 9:40. Ich habe sie in 9:25 bis 9:28 geschafft – und das war schon ein bisschen langsamer als beim letzten Versuch, aber immer noch zu fix. Wunderbar schnell verging jedenfalls die Zeit. Bisweilen musste ich sogar auf der Uhr nachschauen, ob ich jetzt eine oder doch schon zwei Runden gelaufen bin. Interessiert zugeschaut hat nur der Hund vom Platzwart. In den nächsten Wochen werde ich an gleicher Stelle 3000er und sogar 5000er im Marathontempo abspulen. Und ich bin mir sicher, dass ich dann die Pace wesentlich besser treffe als heute.

Jetzt befinde ich mich vielleicht in der schönsten Phase der Vorbereitung. In der vierten Woche flutscht es schon deutlich besser als am Anfang. Der ewige November scheint selbst in Nordostniedersachsen langsam dem Frühling weichen zu wollen. Und der Marathon-Tag ist noch zu weit weg, um schon nervös zu werden. Völlig ohne Zeitziel, nur mit dem Wunsch, gut durchzukommen, wollte ich Leipzig eigentlich in Angriff nehmen. Mittlerweile setzte ich mich doch ein klitzekleines bisschen unter Leistungsdruck. Die vergangenen Wochen liefen einfach schon wieder zu gut.

Und wenn die Zeit mit zunehmendem Alter immer schneller verstreicht, freue ich mich doch auf einen Marathon an meinem 75. Geburtstag. Ich werde zwar mindestens fünf Stunden unterwegs sein – aber es wird mir wie eine Stunde vorkommen.

2 Kommentare

  1. Heidi Schmitt

    Mir geht das ganz ähnlich! Ich laufe die Strecke, die früher immer 1h 10min gedauert hat in 1h 30min und es kommt mir vor, als wäre es die Strecke, die immer 1h 10min gedauert hat! Oder äh … so. :-) Schöner Gedanke jedenfalls.

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  2. Blumenmond

    Als ich gestern hörte, dass der Moderator meiner Stamminformationssendung schon 7 Jahr dabei ist und ich aber ihn immer noch als “den Neuen” einordne, da konnte ich Deine Gedanken aber mal sowas von bestätigen.

    Die Vorbereitung scheint Freude zu bereiten… ich wünsche jetzt schon viel Spaß beim endgültigen Lauf.

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