Keine Chance gegen Patrick Makau

Snails race on sports track near the finish line

Patrick Makau aus Kenia lief vor knapp zwei Jahren in Berlin 400 Meter in zirka 1:10,32 Minuten. Einmal, zweimal, dreimal – mehr als 105-mal am Stück. Am Ende hatte er in 2:03:38 Stunden einen  neuen Weltrekord aufgestellt. Da muss ich es doch schaffen, beim Tempotraining wenigstens 400 Meter lang seine Marathon-Pace zu halten. Ich hab’s nicht ansatzweise geschafft. Aber wenigstens merke ich, dass auch eine Schnecke ein bisschen schneller werden kann.

tempotrainingEin großer Basketball-Trainer und -Philosoph meinte mir gegenüber sinngemäß: Die Leute überschätzen in der Regel, was sie innerhalb eines Monats durch Training erreichen können, aber unterschätzen, was sie innerhalb eines Jahres schaffen können. Wie soll ich mich also innerhalb von 14 Tagen verbessern? Ziel ist endlich einmal eine halbwegs vernünftige 10-km-Bestzeit, die ich Ende Juli in Berlin rennen will. Den Weg dahin gibt mir, wie an dieser Stelle schon beschrieben, ein Greif-Trainingsplan vor.

Nach den bösen Erfahrungen bei der ersten Einheit habe ich zuallererst die Vorgaben ein klitzekleines bisschen (= um 25 Prozent) entschärft und fahre zum Elbe-Seitenkanal mit dem Rad, um mir die 3,75 Kilometer Warmlaufen zu sparen. Im Rucksack habe ich eine Flasche Wasser, ein Handtuch und ein Klemmbrett mit den Zeitvorgaben dabei. Was jetzt bei meinem dritten Versuch herausgekommen ist, kann der werte Leser oben sehen. In der ersten Spalte steht die Länge der Distanz, in der zweiten die Sollzeit, in der dritten meine tatsächlich gelaufene Zeit.

Positiv: Immerhin werde ich jetzt nicht mehr von Einheit zu Einheit langsamer, und diesmal habe ich schon acht Strecken durchgehalten – vor einer Woche waren es nur sechs. Negativ: Vor allem auf den 400ern komme ich einfach nicht in Gang. Und sollte ich nicht eigentlich drei 800er laufen? Beim zweiten gab ich gefühlt so viel Gas, dass sich jeder meiner Muskeln nur noch nach einem Ende des Trainings sehnte. Und selbst da war ich immer noch ein paar Sekunden langsamer als vorgegeben. Und die Vorgaben sind für eine Zeit von 45 Minuten für die 10 Kilometer gedacht. Eine Zeit, die ich doch eigentlich im Schlaf aus den Ärmeln schütteln müsste. Nur beweisen muss ich es noch.

Und wie trainiert der Weltrekordmann eigentlich? Ich stieß auf diese Passage: “Einige der Trainingseinheiten waren wirklich verrückt“, erklärte Patrick Makau, der aber auch im Vorfeld von Frankfurt einige „crazy training sessions“ absolviert hat. „Wir sind auf einer 400-Meter-Bahn in Nairobi zum Beispiel 16 Mal 1000 Meter in 2:35 Minuten gelaufen.” Schaffe ich bestimmt auch bald – mit dem Fahrrad…

Foto: fotolia

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