Ein Schlüssel-Erlebnis

Ab wann wird eine nette Gewohnheit zur Tradition? Geht das schon beim zweiten Mal? Vor einem Jahr hat sich ein Norddeutscher vergewissert, dass der SV Traisa wirklich der schönste Verein der Welt ist und einen wunderhübschen Volkslauf anbietet. Nach dem zweiten Besuch am Rande des Odenwalds steht für das Nordlicht endgültig fest, dass er ab…

Was für ein Theater

Göttingen mal wieder. Zum dritten Mal habe ich in meiner alten Heimat beim Altstadtlauf mitgemacht. Zum ersten Mal erlebe ich dabei Start und Ziel auf dem Theaterplatz statt am Gänseliesel mit. Durchaus anstregend, sechsmal den kleinen, aber fiesen Anstieg Richtung Theater bewältigen zu müssen – aber extrem stimmungsvoll. Göttingen hat sich also gelohnt, zumal ich…

Blind und blöd

Nie wieder werde ich über Läuferblindheit lästern. Nie wieder über Leute grinsen, die einen Pfeil oder ein Hinweisschild übersehen haben und dann vollkommen vom Weg abgekommen sind. Nie wieder! Schuld sind die 8,4 Kilometer zwischen Amelinghausen und Schwindebeck, die dank meiner Blindheit am Ende fast 15 Kilometer lang sind. Besonders blöd, wenn das alles im…

Endlich in Echem

Was wäre wohl aus mir geworden, wenn…? Tja, eine beliebte Frage. Was wäre wohl aus mir geworden, wenn mich meine Kindergartenliebe doch geheiratet hätte? Wenn ich in der Schule besser aufgepasst hätte? Oder wenn ich 2000 nach Echem gezogen wäre? Wir hatten damals wirklich ein hübsches Haus an der Angel, haben uns aber letztlich doch…

Wuff, mäh, uff

Wenn es noch eines Beweises für den Klimawandel bedarfen würde, dann findet man ihn beim Deichlauf des TuS Hohnstorf. Die Sonne knallt erbarmungslos vom Himmel, seit einer Woche kämpfen sich die Temperaturen regelmäßig an die 30-Grad-Marke heran. Doch das ansonsten für jede Ausrede dankbare Laufvölkchen bleibt locker. „Letztes Jahr war’s viel schlimmer“, sagt es. Und:…

Sex mit euch allen

Was für eine Freude und was für Schmerzen! Was für eine Euphorie und was für eine Müdigkeit! Der Roparun 2018 – eine Waschmaschine für die Emotionen mit Schleudergang. 100.000 Zeilen könnte ich jetzt über die Staffel von Hamburg nach Rotterdam schreiben und würde doch wieder irgendwas vergessen. Und außerdem: Was beim Roparun passiert ist, das…

Ich muss doch nicht schnell laufen

Beginnen wir ausnahmsweise einmal mit dem Ende. Keine Stunde, nachdem ich das Ziel beim Junkernhoflauf in Thomasburg erreicht habe, ein paar dienstliche und noch mehr private Gespräche geführt habe, zwei Kuchenstücke verdrückt habe, ist hier alles praktisch schon vorbei. Die Siegerinnen und Sieger haben ihre Trophäen und Urkunden erhalten. Die Ergebnisse gehen gleich online. Und…

Gemütlich geht anders

Wozu der ganze Ehrgeiz? Wozu immer alles aus sich rausholen, wenn ich doch auch locker laufen könnte, niemals mehr über Leistungseinbrüche und Erschöpfung klagen muss? So schnell wie zu meinen glorreichsten Zeiten werde ich eh nie wieder rennen. Beim Wintervolkslauf will ich es also ganz auf den Spuren von Balu aus dem Dschungelbuch mit Gemütlichkeit…

Keine Scheu vor Traisa

Wer lungert denn normalerweise gut drei Stunden, nachdem die letzten Helden der Hauptläufe ins Ziel gespurtet sind, noch bei einem Volkslauf herum? Der Letzte, damit er das Licht ausmachen kann. Doch in Traisa ist nichts normal. Da bekommen Leute, die am 26. November Geburtstag haben, am 3. Oktober des nächsten Jahres ihren Präsentkorb. Da werden…

Das Gewohnheitstier in mir

Läufer sind doch Gewohnheitstiere. Jeden Mittwoch laufen sie diese Runde, jeden Sonntag jene und im April einen Marathon in Hamburg. Und wenn es ganz anders laufen soll, als sie es gewohnt sind, dann sind sie erst einmal irritiert. Wie jetzt in Adendorf, wo vorm 40. Volkslauf eine Schreckensnachricht die Runde macht: „Geänderte Streckenführung!“ Die Wildschweine,…